Rund um`s Erzählen

Märchen sind wie ein Brunnen, dessen Tiefe man nicht kennt, aus denen aber jeder nach seinen Bedürfnissen schöpft.“
Wilhelm Grimm (1786 – 1859)

Zaubermärchen: Die Alten, die alles wussten

In dem schönen Buch „Apfelfrau & Nelkenmann – Zaubermärchen aus aller Welt“ von Elisa Hilty (Zytglogge 2008) habe ich es gefunden und in den letzten Wochen erarbeitet – inwendig gelernt, so nennen wir Geschichtenerzähler das auch.

Das Besondere an diesem Märchen sind für mich zwei Themen: die Bedeutung der Großzügigkeit im Umgang miteinander und die Verbindung mit den Ahnen über verschiedene Generationen.

Wenn sie einen guten Platz in unserem Leben haben, können wir  große Aufgaben einfacher meistern! Darin steckt für mich eine Ermutigung für unsere Zeit.

Erzählen zum Abschied von einem geliebten Garten

Im August 2025 haben wir uns als Familie vom Garten meiner Eltern verabschiedet. Die Zeit für Neues ist gekommen. Mit kleinen Märchen über den Garten und Pflanzen haben wir die Zeit gewürdigt. Und an all jene gedacht, die diesen Garten so schön gemacht haben mit Arbeit, guter Planung und Lebensfreude. Ich bin dankbar für diese gute Verwurzelung.

„Leben mit Rosen ist nicht nur geistiges Glück, sondern geht uns in besonderer Weise ins Blut und bringt etwas wie einen ambrosischen Nervenzustand mit sich, der mit nichts vergleichbar ist.“

Karl Förster, bedeutender Staudengärtner (1874-1970)

Meine Ausbildung zur Erzählerin & Erzählpädagogin

Meine Ausbildung im freien Erzählen habe ich bei der Goldmund Erzählakademie e.V. absolviert.
Von 2023 bis 2024 nahm ich am Zertifikatskurs Erzählen unter der Leitung von Norbert Kober und Anja Koch teil, der sich über fünf Kurswochen erstreckte. Ergänzend dazu habe ich den Intensivkurs Erzählpädagogik besucht.

Beide Formate haben mir eine fundierte Grundlage im mündlichen Erzählen geschenkt, im Umgang mit verschiedenen Erzählstoffen aus der ganzen Welt sowie in der Gestaltung von Erzählsituationen für unterschiedliche Zielgruppen.

www.goldmund-erzaehlakademie.de

Biblisches Erzählen

Anfang 2024 habe ich auch meine Ausbildung zur Bibelerzählerin bei Jochem Westhoff abgeschlossen. Das biblische Erzählen ist eine besondere Herausforderung. Im Moment interessieren mich die großen Erzählungen aus dem Alten Testament – besonders die von Frauen. Sie haben sich in unglaublichen Situationen wiedergefunden und dennoch auf Gott vertraut.

Weitere Infos zum Bibelerzählen finden sich hier: www.netzwerk-bibelerzaehlen.de

In diesem Jahr werde ich im Juni 2026 die Geschichten von Josef in Ägypten, Moses und Miriam und Aaron für Kinder erzählen. Für Erwachsene erzähle ich im September 2026 bei dem kirchlichen Kunst- und Kulturfest Severinale in der Kölner Südstadt.

Wusstet ihr schon? Kulturerbe Märchenerzählen

Das Märchenerzählen gehört seit 2016 zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO und ist damit besonders schützens- und erhaltenswert. Ich finde es wunderbar, wenn Märchen und Geschichten durch das freie Erzählen zurück kommen in das lebendige Miteinander. Märchen haben diese besondere Kraft, unsere eigene Fantasie zu wecken und Menschen über alle Grenzen hinweg zu verbinden. Letztlich helfen sie uns auch heute noch dabei, menschliche Erfahrungen und Herausforderungen mit den erzählten Figuren zu durchleben.

www.unesco.de/staette/maerchenerzaehlen

Geschichten im Jahreskreis – Erzählen in Kita´s

Für Kindertagesstätten und Büchereien erzähle ich am liebsten mit dem Kamishibai – einem japanischen Papiertheater. Das Kamishibai schafft eine konzentrierte, gemeinsame Erzählatmosphäre, in der ich als Erzählerin individuell auf die Reaktionen der Kinder eingehen kann. Es fördert die Sprachkompetenz und Kreativität und alle können mitmachen!

Auch Erzählfiguren und Handpuppen sind wunderbare Begleiter und helfen allen, die Geschichte zu erleben und selbst zu erzählen!

Die Europäische Märchengesellschaft mit ihrem Logo der Vogelfrau

Was hat es denn bloß mit diesem Logo auf sich? Es gehört zu einer besonderen Vereinigung – der Europäischen Märchengesellschaft (EMG) mit Sitz in Rheine.

Die Vogelfrau verweist auf die Sirenen aus Homers Odyssee. Ihr Gesang steht für die Kraft von Geschichten: Sie ziehen an, fordern heraus und können den Blick auf sich selbst und das Menschsein verändern.

Ich bin Mitglied der EMG und fühle mich der Haltung verbunden, verantwortungsvoll und reflektiert mit Märchen umzugehen.

www.maerchen-emg.de

Vor dem Erzählen kommt die Recherche…

In Rheine-Bentlage gibt es auch die wunderbare Märchenbibliothek der Europäischen Märchengesellschaft. Eingebettet in den „Bentlager Dreiklang“ mit Salzsaline, der weiten münsterländischen Parklandschaft mit dem ehemaligen Kloster Bentlage, liegt sie im Seitenflügel des Gebäudes. Da das Münsterland auch meine Heimat ist – ein besonderer Ort für mich, an dem ich gerne bin. Der Bestand umfasst rund 18.000 Bücher und Fachpublikationen zu Märchen, Geschichten, Sagen und Mythen aus aller Welt.

Fortbildungen

Um den Zauber der Märchen lebendig zu halten, bilde ich mich stetig weiter. Besonders der Austausch mit anderen Erzählerinnen & Erzählern ist zu einem Schatz geworden, die Bilder der Märchen und Erzählungen zu verstehen. Hier sind einige der Schwerpunkte meiner bisherigen Reise:

  • Intensivkurs Erzählen – 2026 (Kerstin Lauterbach)
  • Lust-Gruseln – Wie und warum wir Grusel-Märchen erzählen – 2026 (Dr. Heinrich Dickerhoff)
  • Märchen von Tod und Trauer, Abschied und Verlust – 2025 (Dirk Nowakowski)
  • Kindern erzählen – ein Praxisseminar – 2025 (Veronika Uhlich)
  • Erzählen, Zuhören, Verbinden – Internationaler Kongress der Europäischen Märchengesellschaft, Schweizerischen Märchengesellschaft, Verband der Erzählerinnen und Erzähler – 2025 (Bad Kreuznach)
  • Mit der Stimme Brücken bauen – 2025 (Rolf-Peter Kleinen)
  • Zauberwort – Erzählkunstfestival – 2025 (Nürnberg)
  • Märchen & Romantik – Internationaler Kongress der Europäischen Märchengesellschaft e.V. – 2024 (Rheine)
  • Die Handbibliothek des Märchen- u. Erzählforschers – 2024 (Prof. Dr. Harlinda Lox)
  • Vom Glück der Aufsteiger – 2023 (Prof. Dr. Hans-Jörg Uther)

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